notadiet - Blog

1 E-Mail jeden Sonntag
Neue ketogene Rezepte
Neues aus der Forschung
Fragen & Antworten
Regelmäßige Empfehlungen
E-Mailadresse* Plichtfeld

In 3 Minuten mehr Propionsäure

Ich stelle jede Woche in 3 Minuten eine wissenschaftliche Studie vor, deren Ergebnisse Sie leicht in Ihr Leben integrieren können. Diese Woche lernen Sie, wieso Ihre Darmbakterien Sie bei Multipler Sklerose vor einem Schub bewahren könnten.


Das können Sie umsetzen:

Reduzieren Sie das Risiko eines MS-Schubs, indem Sie mehr Lebensmittel mit Propionsäure essen.

Ein deutsches Forscherteam zeigte bei Versuchen mit Mäusen, dass die Einnahme von Propionsäure die Gefahr einer Autoimmunreaktion im Zentralen Nervensystem (ZNS) reduziert.


Hinweis: Hierbei handelt es sich um eine Studie an Mäusen, deren Ergebnisse nicht zwangsläufig direkt auf den Menschen übertragbar sind.


Zur Studie:


Eine Gruppe an Forschern zeigte im Jahr 2015, dass die Bakterien in unserem Darm einen direkten Einfluss auf unser Zentrales Nervensystem (ZNS) und somit auch einen direkten Einfluss auf Krankheiten wie Multiple Sklerose (MS) haben.

In früheren Studien vermuteten Forscher bereits, dass bei der MS ein Ungleichgewicht aus entzündungsfördernden Th1 und Th17 Zellen und den entzündungslindernden T-Helferzellen ("Regulatorische T-Zellen" oder "Treg Zellen") auftritt. [1]


In der vorliegenden Studie zeigten die Autoren, dass die Einnahme von kurzkettigen Fettsäuren ("Short-chain Fatty Acids" oder "SCFAs") über die Ernährung das Gleichgewicht zwischen Th-Zellen und T-Helferzellen verbessert.


Die Autoren testeten verschiedene SCFAs und eine Fettsäure zeigte besonders positive Ergebnisse: Die Propionsäure.

Wenn wir ausreichende Mengen an richtigen Lebensmitteln essen, dann produziert unser Körper Propionsäure. Hierfür ist es wichtig, besonders viel ballaststoffreiches Gemüse zu essen.

Die Bakterien im Dickdarm zersetzen diese Ballaststoffe und setzen dabei SCFAs, u.a. die Propionsäure, frei. 


Die folgenden Ballaststoffquellen fördern die Produktion der SCFAs besonders [2]:

  • Inulin: Artischocken, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Spargel, Kakaobohnen (bspw. Kakao Nibs), Seetang, Löwenzahn, Wurzel von Chicorée
  • Fructooligosaccharide (FOS): Zwiebeln, Knoblauch, Spargel, Bananen
  • Pektine: Karotten, Äpfel, Aprikosen, Orangen


Experiment an menschlichen Zellen ("in vitro"):

Die Forscher testeten zunächst, wie sich die Anzahl an T-Helferzellen und Th-Zellen in künstlichen Zellkulturen verändert. Die Graphik zu Beginn des Artikels zeigt diese Veränderung: Mehr Propionsäure resultierte in

  • einer größeren Menge an den entzündungslindernden T-Helferzellen und
  • einer geringeren Menge an den entzündungsfördernden Th-Zellen.


Hier sehen Sie eine graphische Darstellung der Ergebnisse:


Experiment an Mäusen ("in vivo"):

Im nächsten Schritt untersuchten die Wissenschaftler, ob eine tägliche Zufuhr von Propionsäure einen Einfluss auf Mäusen mit MS* hat:

  • Ein Teil der Mäuse erhielt die Propionsäure von Anfang an.
  • Ein zweiter Teil erhielt die Säure bei Ausbruch der Krankheit.
  • Und ein dritter Teil erhielt keine Propionsäure.


Das beste Ergebnis erzielten die Mäuse, die von Anfang an die Propionsäure erhielten. Die Mäuse, die erst bei Krankheitsausbruch die Säure zu sich nahmen, hatten keinen besseren Krankheitsverlauf als die Kontrollmäuse.


* Das Mausmodell für MS unterscheidet sich in einigen Aspekten von der tatsächlichen Erkrankung im Menschen.

 

Hier die graphische Übersicht der Ergebnisse, die auch ganz am Anfang dieses Artikels bereits stehen:


Ergebnis:

Die Autoren konnten zeigen, dass die Einnahme von Propionsäure den Krankheitsverlauf bei Mäusen mit MS verbesserte. 

Zum aktuellen Zeitpunkt liegen noch keine klinischen Studien zum Einfluss der Propionsäure vor. Bis diese Studien vorliegen, empfehlen wir Ihnen regelmäßig kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) in die Ernährung zu integrieren. Verbessern Sie zunächst Ihre Nährstoffzufuhr, bevor Sie ein Nahrungsergänzungsmittel in Betracht ziehen.


Nehmen Sie regelmäßig die folgenden ballaststoffreichen Gemüse zu sich:

  • Inulin: Artischocken, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Spargel, Kakaobohnen (bspw. Kakao Nibs), Seetang, Löwenzahn, Wurzel von Chicorée
  • Fructooligosaccharide (FOS): Zwiebeln, Knoblauch, Spargel.
  • Pektine: Karotten.



Wenn Sie unsicher sind, wie Sie diese Nährstoffe ausreichend über Ihre Ernährung abdecken können, schreiben Sie uns. Wir helfen Ihnen dabei.



Schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Artikel, wenn Sie Fragen zur Studie oder zu Gegenstudien haben.



Sie entscheiden selbst, wer Sie sind ❤️.


Alex Gansmann. 



Quellen:

Quelle: Haghikia, Aiden, et al. "Dietary fatty acids directly impact central nervous system autoimmunity via the small intestine." Immunity 43.4 (2015): 817-829. 

Hinweis: Bei den zitierten Studien habe ich mich auf das Urteil des Autors der ursprünglichen Studie verlassen. Ich habe nur die ursprüngliche Studie gelesen, nicht die weiteren zitierten Studien.


  • Zitierte Studie #1: Kleinewietfeld, M., and Hafler, D.A. (2014). Regulatory T cells in autoimmune neuroinflammation. Immunol. Rev. 259, 231–244.
  • Zitierte Studie #2: Rossi, Maddalena, et al. "Fermentation of fructooligosaccharides and inulin by bifidobacteria: a comparative study of pure and fecal cultures." Appl. Environ. Microbiol. 71.10 (2005): 6150-6158.


Bei der Auswahl der Studien beachte ich folgende Kriterien:

  • Ich habe die Studie vollständig und im Original gelesen
  • Die Ergebnisse der Studie können Sie sofort umsetzen
  • Die Studie ist in einem bekannten Journal publiziert worden oder die Ergebnisse wurden in weiteren Studien bestätigt

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Details anschauen
Ausverkauft