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In 3 Minuten mehr Wissen zur ketogenen Ernährung

Ich stelle jede Woche in 3 Minuten eine wissenschaftliche Studie vor, deren Ergebnisse Sie leicht in Ihr Leben integrieren können. Diese Woche lernen Sie, warum die ketogene Ernährung effektiv bei neurodegenerativen Krankheiten wie Multiple Sklerose (MS), Epilepsie oder der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) ist.


Das können Sie umsetzen:

Schützen Sie sich vor neurodegenerativen Krankheiten, indem Sie die ketogene Ernährung umsetzen.

Forscher haben die Anwendung der ketogenen Ernährung auf viele verschiedene neurodegenerative Krankheiten wie MS, ALS, Epilepsie und Krebs erforscht.



Zur Studie:

Im Jahr 2012 fassten zwei Wissenschaftler den aktuellen Stand der Forschung zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen mithilfe der ketogenen Ernährung zusammen.


Bei der ketogenen Ernährung geht es vor allem darum, die tägliche Menge an zugeführten Kohlenhydraten auf 50 g oder weniger zu reduzieren, damit der Körper nicht mehr Zucker (Glukose), sondern Fett (Ketonkörper) als Hauptenergiequelle verwendet. 


Die neuroprotektive Rolle der ketogenen Ernährung:

Eine therapeutische Behandlung mit der ketogenen Ernährung zeichnet sich besonders durch zwei Faktoren aus: 

  • Die Leber beginnt Ketonkörper zu produzieren, um den Körper mit Energie zu versorgen.
  • Der Blutzuckerspiegel sinkt ab. Starke Blutzuckeran- und -abstiege bleiben aus.  


Diese Faktoren sind aus mehreren Gründen gesundheitsfördernd: 

  • Ketonkörper haben neuroprotektive Eigenschaften, indem Sie die ATP-Verfügbarkeit erhöhen und die Produktion der reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) reduzieren. [1]
    • ATP versorgt die Zellen mit Energie. ROS ist ein Signalmolekül, das bei hoher Konzentration zu oxidativem Stress, einem der Hauptprobleme bei Krankheiten wie Multipler Sklerose, führen kann. [2]
  • Die ketogene Ernährung erhöht die Menge an Mitochondrien, die energieproduzierenden Kraftwerke, in unseren Zellen. [3]
  • Entzündungsmediatoren wie Interleukine und TNFalpha werden unterbunden. [4]



Nachfolgend beschreiben die Wissenschaftler verschiedene neurologische Krankheiten, auf die sich die ketogene Ernährung positiv auswirkt. Ein Klick auf die jeweilige Krankheit führt direkt zum entsprechenden Abschnitt. 



Multiple Sklerose (MS):

  • Die Autoren beschreiben nicht direkt die aktuelle Studienlage zur Multiplen Sklerose, weil die meisten Studien dazu erst nach 2012, dem Veröffentlichungsdatum dieser Zusammenfassung, entstanden sind. 
  • Hier und hier haben wir zwei Studien zusammengefasst, die mithilfe einer ketogenen Ernährung positive Ergebnisse auf die Symptomatik bei Multipler Sklerose erzielten.


Amyotrophe Lateralsklerose (ALS):

  • Die Amyotrophe Lateralsklerose ist eine Erkrankung, die zu einer schnell fortschreitenden Degeneration der motorischen Neuronen des Rückenmarks führt. Das führt dazu, dass die motorische Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit eines Betroffenen stark eingeschränkt ist, während die kognitive Leistungsfähigkeit weitgehend intakt bleibt.
  • Viele Dinge in Bezug auf die ALS sind weiterhin unklar, die Forscher zitieren jedoch eine Vielzahl an Forschungsstudien, die eine zugrundeliegende mitochondriale Dysfunktion untersuchen. 
    • Die Autoren zitieren eine Forschungsgruppe, die bei Mäusen das Gen SOD1-G93 A ausgeschaltet haben, was zu einer der ALS ähnlichen, progressiven Muskelschwäche führte. Die Mäuse, die sich ketogen ernährten, erhöhten die Anzahl der motorischen Neuronen und verbesserten ihre motorische Leistungsfähigkeit, erhöhten jedoch nicht Ihre Lebenserwartung. [5] 


Epilepsie:

  • Die ketogene Ernährung wird bereits seit den 1920er Jahren bei Epilepsie, insbesondere im Kindesalter, angewandt. Mit Einführung moderner Medikamente zur Unterbindung epileptischer Anfälle verlor die ketogene Ernährung an Interesse. In den 1990er Jahren erlebte die ketogene Ernährung eine Renaissance in der medizinischen Anwendung, was größtenteils einer Gruppe sehr aktiver Eltern zu verdanken ist.


Krebs:

  • Je aktiver unsere Zellen sind, desto anfälliger reagieren sie auf eine Veränderung der Energieversorgung. Die aktivsten Zellen sind Krebszellen, die sich sehr schnell teilen. 
  • In den letzten Jahren wurden mehr und mehr Studien veröffentlicht, die aufzeigen, dass eine Reduktion der Blutzuckerspiegel eine Verlangsamung des Krebswachstums zur Folge haben. Die ketogene Ernährung reduziert die Blutzuckerspiegel langfristig.
    • So hat eine Forschergruppe beispielsweise gezeigt, dass Mäuse mit Gehirntumoren eine längere Lebenserwartung haben, wenn sie sich ketogen ernähren. [6]
    • Eine andere Gruppe an Wissenschaftlern zeigte, dass die ketogene Ernährung die Produktion der reaktiven Sauerstoffspezies (ROS), die oxidativen Stress verursachen, in bösartigen Gliomzellen reduzierte. [7]


Autismus:

  • Autimus ist eine Störung, die sich auf die Entwicklung des Nervensystems auswirkt und somit einen Einfluss auf die Sprachentwicklung und die soziale Funktion hat.
  • Bisher wurden lediglich Pilotstudien zur Anwendung der ketogenen Ernährung bei autistischen Kindern durchgeführt, die vielversprechend sind.
    • In einer Studie verzeichneten 10 von 18 Kindern eine Verhaltensverbesserung nach einer 6-monatigen Interventionsphase. In dieser Interventionsphase ernährten sich die Kinder jeweils abwechselnd 4 Wochen lang ketogen und 2 Wochen lang mit Mischkost. [8]


Migräne:

  • Die Migräne ist eine neurologische Störung, die in Ihrer Form einer epileptischen Störung ähnelt. 
  • Auch bei Migräne wurden bisher lediglich Pilotstudien zur Anwendung der ketogenen Ernährung durchgeführt.
    • Der erste Anwendungsfall einer ketogenen Ernährung bei Migräne stammt bereits aus dem Jahr 1928. 9 der 28 Teilnehmer berichteten damals von Verbesserungen ihrer Symptomatik. Die korrekte Durchführung dieser Studie wurde in den Folgejahren angezweifelt. [9]
    • Im Jahr 2011 führte ein Forscherkreis ein Pilot-Projekt mit Jugendlichen durch, die an chronischen Kopfschmerzen litten (Kopfschmerz mind. 15 Mal pro Woche) und bereits pharmakologische Medikamente ausprobiert hatten. Die Jugendlichen berichteten von Verbesserungen im Behandlungsverlauf. [10]


Das Altern:

  • Mit dem Alterungsprozess geht ein gradueller Abfall der neuronalen Funktionalität einher. Es ist wahrscheinlich, dass durch eine ernährungsbedingte Veränderung des Stoffwechsels der Alterungsprozess verlangsamt werden kann. [11]
    • In einer Studie an Mäusen konnten Wissenschaftler zeigen, dass alternde Mäuse, die sich ketogen ernährten, eine höhere Dichte an Mitochondrien und eine bessere Gehirnfunktionalität hatten. [12]
    • Die bereits zuvor benannte Eigenschaft der ketogenen Ernährung, den oxidativen Stress zu reduzieren, wirkt sich ebenfalls positiv auf den Alterungsprozess aus. [13]  


Das Ergebnis: 

Mehr und mehr Forschungsgruppen berichten von den positiven Effekten der ketogenen Ernährung auf eine Vielzahl von neurologischen Erkrankungen. Eine der zugrundeliegenden Ideen bei all diesen Anwendungsfällen ist, dass ein Wechsel des Hauptenergieträgers neuroprotektive Eigenschaften freisetzen kann.


Wenn Sie an einer der benannten Krankheiten leiden, probieren Sie die ketogene Ernährung für sich aus. Hier finden Sie eine Schritt-für-Schritt Anleitung, um die ketogene Ernährung in Ihr Leben zu integrieren.



Schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Artikel, wenn Sie Fragen zur Studie oder zu Gegenstudien haben.



Sie entscheiden selbst, wer Sie sind ❤️.


Alex Gansmann. 


PS: Möchten Sie die ketogene Ernährung unter ärztlicher Beobachtung umsetzen? Schreiben Sie uns eine Nachricht und wir helfen Ihnen bei der Umstellung.


Quellen:

Quelle: Rho, Jong Min, and Carl E. Stafstrom. "The ketogenic diet as a treatment paradigm for diverse neurological disorders." Frontiers in pharmacology 3 (2012): 59.

Hinweis: Bei den zitierten Studien habe ich mich auf das Urteil des Autors der ursprünglichen Studie verlassen. Ich habe nur die ursprüngliche Studie gelesen, nicht die weiteren zitierten Studien.


  • Zitierte Studie #1: Kim, Do Young, et al. "Ketone bodies are protective against oxidative stress in neocortical neurons." Journal of neurochemistry 101.5 (2007): 1316-1326.
  • Zitierte Studie #2: Ohl, Kim, Klaus Tenbrock, and Markus Kipp. "Oxidative stress in multiple sclerosis: central and peripheral mode of action." Experimental neurology 277 (2016): 58-67.
  • Zitierte Studie #3: Bough, Kristopher J., et al. "Mitochondrial biogenesis in the anticonvulsant mechanism of the ketogenic diet." Annals of Neurology: Official Journal of the American Neurological Association and the Child Neurology Society 60.2 (2006): 223-235.
  • Zitierte Studie #4: Maalouf, Marwan, Jong M. Rho, and Mark P. Mattson. "The neuroprotective properties of calorie restriction, the ketogenic diet, and ketone bodies." Brain research reviews 59.2 (2009): 293-315.
  • Zitierte Studie #5: Zhao, Zhong, et al. "A ketogenic diet as a potential novel therapeutic intervention in amyotrophic lateral sclerosis." BMC neuroscience 7.1 (2006): 29.
  • Zitierte Studie #6: Seyfried, Thomas N., et al. "Is the restricted ketogenic diet a viable alternative to the standard of care for managing malignant brain cancer?." Epilepsy research 100.3 (2012): 310-326.
  • Zitierte Studie #7: Stafford, Phillip, et al. "The ketogenic diet reverses gene expression patterns and reduces reactive oxygen species levels when used as an adjuvant therapy for glioma." Nutrition & metabolism 7.1 (2010): 74.
  • Zitierte Studie #8: Evangeliou, Athanasios, et al. "Application of a ketogenic diet in children with autistic behavior: pilot study." Journal of child neurology 18.2 (2003): 113-118.
  • Zitierte Studie #9: Schnabel, Truman G. "An experience with a ketogenic dietary in migraine." Annals of Internal Medicine 2.4 (1928): 341-347.
  • Zitierte Studie #10: Kossoff, E. H., et al. "Use of the modified Atkins diet for adolescents with chronic daily headache." Cephalalgia 30.8 (2010): 1014-1016.
  • Zitierte Studie #11: Balietti, Marta, et al. "Ketogenic diets: an historical antiepileptic therapy with promising potentialities for the aging brain." Ageing research reviews 9.3 (2010): 273-279.
  • Zitierte Studie #12: Balietti, Marta, et al. "A ketogenic diet increases succinic dehydrogenase (SDH) activity and recovers age-related decrease in numeric density of SDH-positive mitochondria in cerebellar Purkinje cells of late-adult rats." Micron 41.2 (2010): 143-148.
  • Zitierte Studie #13: Freemantle, E., et al. "Metabolic response to a ketogenic breakfast in the healthy elderly." JNHA-The Journal of Nutrition, Health and Aging 13.4 (2009): 293-298.


Bei der Auswahl der Studien beachte ich folgende Kriterien:

  • Ich habe die Studie vollständig und im Original gelesen
  • Die Ergebnisse der Studie kannst du sofort umsetzen
  • Die Studie ist in einem bekannten Journal publiziert worden oder die Ergebnisse wurden in weiteren Studien bestätigt

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