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In 3 Minuten verstehen, dass Lebensereignisse MS beeinflussen

Ich stelle jede Woche in 3 Minuten eine wissenschaftliche Studie vor, deren Ergebnisse du leicht in dein Leben integrieren kannst.


Das kannst du umsetzen:

Reduziere die Anzahl an MS-Schüben, indem du dir bewusst machst, dass Stress deine MS beeinflusst.

In einer Studie hatte fast jeder 2. Patient mit MS eine psychologisch belastende Situation in den 2 Monaten vor einem Schub.


Zur Studie:


Der vermutlich erste dokumentierte Fall von Multipler Sklerose geht auf den Engländer Augustus d'Esté zurück, der von 1794 bis 1848 lebte. Um 1822 entwickelte er die ersten Symptome seiner MS: eine Sehnerventzündung. Diese Sehnerventzündung folgte direkt auf den Tod eines ihm nahestehenden Verwandten, dessen Tod ihn persönlich schwer traf. [1]


Der französische Arzt Jean-Martin Charcot beschrieb als Erster Multiple Sklerose als eigenständige Krankheit im Jahr 1848. Er vermutete damals, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen negativen Lebensereignissen und dem Ausbruch von MS geben könnte. [2] 

1873 berichtete Dr. William Moxon von einer Patientin, die die ersten Symptome einer MS entwickelte, nachdem sie ihren Mann mit einer anderen Frau ertappt hatte. [3]

Seitdem haben viele Wissenschaftler weltweit Zusammenhänge zwischen psychologischen Lebensereignissen und Krankheiten wie Multipler Sklerose gezogen. [4-10]


Wie all diese Fälle zeigen, galten psychologische Einflussfaktoren von Beginn an als entscheidend für das Ausbrechen von Multipler Sklerose. 



In der vorliegenden Studie von 1989 führten Forscher intensive, psychologische Untersuchungsgespräche, um zu prüfen, ob bei Menschen mit MS extreme Lebensentscheidungen häufiger und intensiver auftraten als bei Menschen ohne MS. Ist es möglich, dass extreme Lebensereignisse "das Fass zum Überlaufen" bringen?


Ergebnis:

  • Wie die Graphik oben zeigt, hatte fast jeder 2. Teilnehmer mit MS in den 2 Monaten vor Ausbruch der Krankheit oder eines Schubs mind. ein extremes Lebensereignis
    • Insgesamt berichteten 19 der 39 Teilnehmer mit MS (49%) von extremen Lebenssituationen innerhalb der 6 Monate vor Krankheitsausbruch oder Schub.
    • Nur 8 von 40 Teilnehmern ohne MS (20%) berichteten von Schwierigkeiten im Vergleichszeitraum.
  • Besonders viele Teilnehmer mit MS berichteten von Eheproblemen (19 von 39, 49%; Kontrolle: 4 von 40, 10%) und Problemen mit Eltern oder Geschwistern (13 von 39, 33%; Kontrolle: 3 von 40, 8%).
  • Da die Forscher auch die Intensität der Lebensereignisse erfassten, waren sie in der Lage zwischen extremen und milden Erlebnissen zu unterscheiden. Wie sich zeigte, unterschied sich nur die Anzahl an extremen Lebensereignissen, nicht aber die Anzahl an weniger starken Erlebnissen, wie die nachfolgende Graphik zeigt:


Was nimmst du mit?

Teilnehmer mit MS hatten kurz vor Ausbruch der MS oder eines Schubs mehr extreme Lebensereignisse als Teilnehmer ohne MS. Hast du MS und fühlst dich aktuell sehr gestresst? Mach dir bewusst, dass du etwas tun kannst:

  • Welche spezifischen Aspekte deiner aktuellen Situation lösen den größten Stress in dir aus?
  • Wie kannst du deine Situation verändern oder deinen Blickwinkel auf die Situation anpassen?
  • Wer kann dich unterstützen? Hilfe von Familie, Freunden oder Experten wie Psychotherapeuten können dir helfen. 


Wenn du unsicher bist, wie du deine Situation zum Positiven verändern kannst, schreib uns. Wir helfen dir den Einstieg zu finden oder leiten dich an eine unterstützende Stelle weiter.


Schreibe einen Kommentar unter diesen Artikel, wenn du Fragen zur Studie oder Feedback zum Artikel hast.



Du entscheidest selbst, wer du bist ❤️.

Alex. 



Quellen:

Quelle: Grant, Igor, et al. "Severely threatening events and marked life difficulties preceding onset or exacerbation of multiple sclerosis." Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry 52.1 (1989): 8-13.

Hinweis: Bei den zitierten Studien habe ich mich auf das Urteil des Autors der ursprünglichen Studie verlassen. Ich habe nur die ursprüngliche Studie gelesen, nicht die weiteren zitierten Studien.


  • Zitierte Studie #1: Firth D. The Case of Augustus d'Este. Cambridge: Cambridge University Press,1948.
  • Zitierte Studie #2: Charcot JM. Lectures on the Diseases of the Nervous System Delivered at La Salpetriere, London, New Sydenham Society 1877, Trans., G. Sigerson, lecture delivered 1868.
  • Zitierte Studie #3: Moxon W. Case of insular sclerosis of brain and spinal cord. Lancet 1873; 236.
  • Zitierte Studie #4: Jelife SE. Multiple sclerosis and psychoanalysis. Am J Med Sci 1921; 161:666-75.
  • Zitierte Studie #5: Langworthy OR, Kolb LC, Androp S. Disturbances of behavior in patients with disseminated sclerosis. Am J Psychiatry 1941; 98:243-9.
  • Zitierte Studie #6: Langworthy OR. Relation of personality problems to onset and progress of multiple sclerosis. Arch Neurol Psychiatry 1948; 59:13-28.
  • Zitierte Studie #7: Langworthy OR. A survey of the maladjustment problems in multiple sclerosis and the possibilities of psychotherapy. Proceedings of the Association for Research in Nervous and Mental Diseases 1950;28:598-611.
  • Zitierte Studie #8: Braceland FJ, Giffin ME. The mental changes associated with multiple sclerosis (An interim report). Proceedings of the Association for Research in Nervous and Mental Diseases 1950;28:450-5.
  • Zitierte Studie #9: Grinker RR, Ham GC, Robbins FP. Some psychodynamic factors in multiple sclerosis. Proceedings of the Association for Research in Nervous and Mental Diseases 1950;28:456-60.
  • Zitierte Studie #10: Philippopoulos GS, Wittkower ED, Cousineau A. The etiologic significance of emotional factors in onset and exacerbations of multiple sclerosis. Psychosom Med 1958;20:458-74.


Bei der Auswahl der Studien beachte ich folgende Kriterien:

  • Ich habe die Studie vollständig und im Original gelesen
  • Die Ergebnisse der Studie kannst du sofort umsetzen
  • Die Studie ist in einem bekannten Journal publiziert worden oder die Ergebnisse wurden in weiteren Studien bestätigt

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