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In 3 Minuten verstehen, warum die Ernährung den Stoffwechsel bei MS verändert

Ich stelle jede Woche in 3 Minuten eine wissenschaftliche Studie vor, deren Ergebnisse du leicht in dein Leben integrieren kannst.


Das kannst du umsetzen:

Aktiviere entzündungshemmende Prozesse in deinen Zellen, indem du das richtige isst.

Unterschiedliche Nahrungsmoleküle aktivieren unterschiedliche Stoffwechselvorgänge in den Zellen und mit den richtigen Molekülen baust du Entzündungen ab.


Zur Studie:


Nährstoffe beeinflussen den Zellstoffwechsel. Indem wir die richtigen Nährstoffe zu uns nehmen, regulieren wir die Entzündungsherde in unserem Körper. Die Studie ist relativ komplex, deshalb hier die unmittelbare Empfehlung des Autors


Kurze Wiederholung: Was ist MS?

  • MS ist eine chronische Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Charakteristische Merkmale einer MS sind: Zusammenbruch der Blut-Hirnschranke, Verletzungen der Axone und Oligodendrozyten, Gefäßentzündungen und ein Abbau der Myelinscheiden. 
  • Autoreaktive T-Zellen, Makrophagen, Mikrogliazellen und verschiedene Antikörper sind an der Zerstörung der Myelinscheiden entscheidend beteiligt.



Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega 3 und Omega 6):

  • Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren haben gegensätzliche Effekte im Körper. Deshalb empfiehlt der Autor eine nahezu gleichmäßige Aufnahme. [1]
  • Heutzutage essen wir aber hauptsächlich Omega-6-Fettsäuren, die Entzündungserkrankungen befeuern. Die Omega-6-Fettsäure Linolsäure führt zur Produktion der Arachidonsäure, die ein Vorläufer der entzündungsfördernden Eicosanoide (insb. Prostaglandine, Leukotriene und Tromboxane) ist.
  • Insulin verstärkt die Bildung dieser Eicosanoide, während die Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) die Bildung verhindern.
  • Auch auf zellulärer Ebene spielen die Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle. DHA und EPA blockieren entzündungsfördernde Transkriptionsfaktoren, u.a. NF-kB (s. Eingangsgraphik), und reduzieren so Entzündungen. [2, 3] 
  • Neben den Omega-6-Fettsäuren wirken vor allem auch die Transfette entzündungsfördernd, die vor allem aufgrund industrieller Herstellungsprozesse entstehen. [4]
  • Lebensmittel mit viel Omega 6 oder Transfetten (weniger davon):
    • Sonnenblumenöl, Sojaöl, Sesamöl, Kartoffel-Chips, Fertig-Kekse oder -Kuchen, frittierte Pommes, Margarine, Fertig-Pizza, Fast Food
  • Lebensmittel mit viel Omega 3 (mehr davon):
    • Leinöl, wild gefangene Makrele, Lachs, Lebertran, Hering, Sardinen, Austern, Sardellen, Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen, Sojabohnen


Polyphenole:

  • Polyphenole sind biologisch aktive Moleküle, die antioxidativ und neuroprotektiv wirken. Polyphenole wirken oxidativem Stress und der Bildung von Reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) entgegen, beides wichtige Ursachen für die Entzündungen und Zellschäden bei MS. [5, 6]
  • An Mäusen konnten Wissenschaftler zeigen, dass Polyphenole die Blut-Hirnschranke überwinden können und die MS verbessern. [7, 8]
  • Einer der Wirkmechanismen der Polyphenole ist die Aktivierung von PPAR, dem Rezeptor im Zentrum der Eingangsgraphik. PPAR bindet die entzündungsfördernden Transkriptionsfaktoren NF-kB und vermeidet so weitere Entzündungen (s. Eingangsgraphik). [6, 9, 10, 11, 12]
  • Die bekanntesten Polyphenole sind Quercetin, Catechin, Genistein, Resveratrol, Hydroxytyrosol und Curcumin. U.a. in diesen Lebensmitteln kommen Polyphenole vor (mehr davon):
    • Quercetin: Zwiebel, Äpfel, Zitrone, Wein [6]
    • Resveratrol: Rotwein, dunkle Schokolade, Erdnüsse, Beeren, rote Trauben [13, 14]
    • Catechin: grüner Tee [15]
    • Genistein: Soja [16]
    • Hydroxytyrosol: Olivenöl [17]
    • Curcumin: Kurkuma [18]


Milcheiweiß und Gluten:

  • In mehreren Studien konnten Forscher einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Milchproteinen, Gluten und MS herstellen. [19, 20, 21, 22, 23] 
  • Manche dieser Milchproteine ähneln dem Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG), das eine Demyelinisierung der Nervenzellen auslösen kann. [24, 25, 26]
  • Aus diesem Grund empfiehlt der Autor auf Milchprodukte und glutenhaltige Produkte zu verzichten.



Was nimmst du mit?

Die richtige Ernährung senkt Entzündungen im Körper.

  • Nimm mehr von den im Artikel aufgelisteten Omega-3-Fettsäuren, Polyphenolen und schwefelhaltigem Gemüse zu dir.
  • Nimm weniger glutenhaltige Produkte und Milchprodukte zu dir.


Wenn du unsicher bist, wie du die Ernährung richtig anpasst, schreib uns. Wir helfen dir bei der Umsetzung.


Schreibe einen Kommentar unter diesen Artikel, wenn du Fragen zur Studie oder Feedback zum Artikel hast.



Du entscheidest selbst, wer du bist ❤️.

Alex. 



Quellen:

Quelle: Riccio, P. "The molecular basis of nutritional intervention in multiple sclerosis: a narrative review." Complementary therapies in medicine 19.4 (2011): 228-237.

Hinweis: Bei den zitierten Studien habe ich mich auf das Urteil des Autors der ursprünglichen Studie verlassen. Ich habe nur die ursprüngliche Studie gelesen, nicht die weiteren zitierten Studien.


  • Zitierte Studie #1: Schmitz G, Ecker J. The opposing effects of n-3 and n-6 fatty acids. Prog Lipid Res 2008;47:147—55.
  • Zitierte Studie #2: Farooqui AA, Horrocks LA, Farooqui T. Modulation of inflammation in brain: a matter of fat. J Neurochem 2007;101:577—99.
  • Zitierte Studie #3: Calder PC. n-3 polyunsaturated fatty acids, inflammation, and inflammatory diseases. Am J Clin Nutr 2006;83(Suppl. 6):1505S—19S.
  • Zitierte Studie #4: Archelos JJ, Hartung H-P. Pathogenetic roles of autoantibodies in neurological diseases. Trends Neurosci 2000;23:317—27.
  • Zitierte Studie #5: Gilgun-Sherki Y, Melamed E, Offen D. The role of oxidative stress in the pathogenesis of multiple sclerosis: the need for effective antioxidant therapy. J Neurol 2004;251:261—8.
  • Zitierte Studie #6: Boots AW, Haenen GR, Bast A. Health effects of quercetin: from antioxidant to nutraceutical. Eur J Pharmacol 2008;585:325—37.
  • Zitierte Studie #7: Youdim KA, Qaiser MZ, Begley DJ, Rice-Evans CA, Abbott NJ. Flavonoid permeability across an in situ model of the blood—brain barrier. Free Radic Biol Med 2004;36:592—604.
  • Zitierte Studie #8: Singh NP, Hegde VL, Hofseth LJ, Nagarkatti M, Nagarkatti P. Resveratrol (trans-3,5,4′ -trihydroxystilbene) ameliorates experimental allergic encephalomyelitis, primarily via induc- tion of apoptosis in T cells involving activation of aryl hydrocarbon receptor and estrogen receptor. Mol Pharmacol 2007;72:1508—21.
  • Zitierte Studie #9: Russo GL. Ins and outs of dietary phytochemicals in cancer chemoprevention. Biochem Pharmacol 2007;74:533—44.
  • Zitierte Studie #10: Min YD, Choi CH, Bark H, et al. Quercetin inhibits expression of inflammatory cytokines through attenuation of NF-kappaB and p38 MAPK in HMC-1 human mast cell line. Inflamm Res 2007;56:210—5.
  • Zitierte Studie #11: Cheng G, Zhang X, Gao D, Jiang X, Dong W. Resveratrol inhibits MMP-9 expression by up-regulating PPAR alpha expression in an oxygen glucose deprivation-exposed neuron model. Neurosci Lett 2009;451:105—8.
  • Zitierte Studie #12: Rao AV, Rao LG. Carotenoids and human health. Pharmacol Res 2007;55:207—16.
  • Zitierte Studie #13: Shakibaei M, Harikumar KB, Aggarwal BB. Resveratrol addic- tion: to die or not to die. Mol Nutr Food Res 2009;53:115—28.
  • Zitierte Studie #14: Das S, Das DK. Anti-inflammatory responses of resveratrol. Inflamm Allergy Drug Targets 2007;6:168—73.
  • Zitierte Studie #15: Friedman M. Overview of antibacterial, antitoxin, antiviral, and antifungal activities of tea flavonoids and teas. Mol Nutr Food Res 2007;51:116—34.
  • Zitierte Studie #16: Banerjee S, Li Y, Wang Z, Sarkar FH. Multi-targeted therapy of cancer by genistein. Cancer Lett 2008;269:226—42.
  • Zitierte Studie #17: Rietjens SJ, Bast A, Haenen GRMM. New insights into contro- versies on the antioxidant potential of the olive oil antioxidant hydroxytyrosol. J Agric Food Chem 2007;55:7609—14.
  • Zitierte Studie #18: Aggarwal BB, Harikumar KB. Potential therapeutic effects of curcumin, the anti-inflammatory agent, against neurode- generative, cardiovascular, pulmonary, metabolic, autoim- mune and neoplastic diseases. Int J Biochem Cell Biol 2008;41:40—59.
  • Zitierte Studie #19: Reichelt KL, Jensen D. IgA antibodies against gliadin and gluten in multiple sclerosis. Acta Neurol Scand 2004;110:239—41.
  • Zitierte Studie #20: Tilg H, Moschen AR, Kaser A. Obesity and the microbiota. Gastroenterology 2009;136:1476—83.
  • Zitierte Studie #21: Malosse D, Perron H, Sasco A, Seigneurin JM. Correlation between milk and dairy product consumption and multiple sclerosis prevalence: a worldwide study. Neuroepidemiology 1992;11:304—12.
  • Zitierte Studie #22: Winer S, Astsaturov I, Cheung RK, et al. T cells of multiple sclerosis patients target a common environmental peptide that causes encephalitis in mice. J Immunol 2001;166:4751—6.
  • Zitierte Studie #23: Banwell B, Bar-Or A, Cheung R, et al. Abnormal T-cell reac- tivities in childhood inflammatory demyelinating disease and type 1 diabetes. Ann Neurol 2008;63:98—111.
  • Zitierte Studie #24: Riccio P. The proteins of the milk fat globule membrane in the balance. Trends Food Sci Technol 2004;15:458—61.
  • Zitierte Studie #25: Kennel De March A, De Bouwerie M, Kolopp-Sarda MN, Faure GC, Bene MC, Bernard CC. Anti-myelin oligodendrocyte glycoprotein B-cell responses in multiple sclerosis. J Neuroimmunol 2003;135:117—25.
  • Zitierte Studie #26: Guggenmos J, Schubart AS, Ogg S, et al. Antibody cross- reactivity between myelin oligodendrocyte glycoprotein and the milk protein butyrophilin in multiple sclerosis. J Neuroimmunol 2004;1172:661—8.


Bei der Auswahl der Studien beachte ich folgende Kriterien:

  • Ich habe die Studie vollständig und im Original gelesen
  • Die Ergebnisse der Studie kannst du sofort umsetzen
  • Die Studie ist in einem bekannten Journal publiziert worden oder die Ergebnisse wurden in weiteren Studien bestätigt

2 Kommentare

Holger
Gepostet am  29/03/2019 08:13 Durch das Erhitzen von ursprünglich gesundheitsfördernden Fetten entstehen schädliche Transfette. Deshalb soll man zum Beispiel kein Leinöl erhitzen. Wie sieht es jetzt mit dem selbstgebackenen Körnerbrot aus? Verwandeln sich die Fette in den enthaltenen Leinsamen durch das Backen bei 160° C auch in Transfette? Dann würde man sich mit dem Körnerbrot doch eher Schaden zufügen!
Holger
Gepostet am  29/03/2019 09:03 Die gleiche Frage stellt sich für im Brot enthaltenes Haselnuss- oder Mandelmehl.

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