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In 3 Minuten verstehen, warum Stress MS auslöst

Ich stelle jede Woche in 3 Minuten eine wissenschaftliche Studie vor, deren Ergebnisse du leicht in dein Leben integrieren kannst.


Das kannst du umsetzen:

Reduziere die Anzahl an MS-Schüben, indem du lernst mit deinem Stress umzugehen.

Menschen mit MS, die extremen Stress hatten, erlebten mehr Schübe als Menschen mit wenig Stress.


Zur Studie:


Bereits im Jahr 1988 untersuchten Forscher den Einfluss von Stress bei Patienten mit Multipler Sklerose. Im Speziellen untersuchten die Wissenschaftler, ob stresshafte Lebenssituationen neue Schübe bei einer schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose auslösen.


Ergebnis:

  • Die Wissenschaftler beobachteten, dass diejenigen Patienten, die besonders extreme Lebenssituationen erlebten, mit einer 3,7-mal höheren Wahrscheinlichkeit einen Schub erlebten als Patienten mit weniger extremen Lebenssituationen. 
    • Wie die Graphik oben zeigt, unterschied sich die Anzahl an stressbehafteten Lebenssituationen nicht zwischen den Teilnehmern mit und ohne Schub. 
    • Dagegen war die Intensität der stressbehafteten Lebenssituationen sehr viel höher in der Gruppe der Teilnehmer mit Schub (25 von 55 Teilnehmer).
      • 44% dieser Teilnehmer berichteten von extremen Lebenssituationen in mehr als einem Lebensbereich (nur 11% bei den Teilnehmern ohne Schub). 
  • Die Teilnehmer mit Schub hatten in jedem Lebensbereich mehr extreme Situationen als die Teilnehmer ohne Schub (s. Graphik unten). Diese Ergebnisse waren nicht statistisch signifikant, dienen also eher als Orientierungshinweis.
  • 25 der 55 Teilnehmer entwickelten einen Schub.



Studiendesign:

  • 55 Menschen mit schubförmig remittierender Multiplen Sklerose wurden zum Start und dann alle 4 Monate psychologisch untersucht.
  • Die psychologischen Untersuchungen wurden so lange durchgeführt bis ein Schub auftrat oder die Studie beendet wurde. Die durchschnittliche Beobachtungsperiode betrug 20 Monate.
    • Ein Schub war definiert als die Entwicklung neuer neurologischer Symptome oder eine signifikante Verschlechterung der bestehenden Symptome, die mind. 24 Stunden anhielten. [1]
    • Nicht als Schub galten temporäre Verschlechterungen bestehender Symptome aufgrund von viralen Erkrankungen oder ähnliches.
  • Sobald ein Schub auftrat, wurde der betroffene Teilnehmer innerhalb von 5 Tagen psychologisch untersucht. Nur der erste Schub eines Teilnehmers floss in die Untersuchung ein.


Beispiele stressiger Lebenssituationen:

  • Arbeit/Finanzen:
    • Probleme mit dem Chef; Entlassung; erwartete Gehaltserhöhung nicht erhalten; Verschlechterung der Arbeitsbedingungen; Job gekündigt; Schwierigkeiten bei der Jobsuche; anstehende Prüfungen oder Präsentationen; finanzielle Situation verschlechterte sich; Umzug in eine schlechter gestellte Umgebung; chronische finanzielle Sorgen; Schwerbehinderungsantrag abgelehnt; Aufbrauchen von Ersparnissen.
  • Konflikt mit anderen:
    • Verschlechterung der Beziehung zum Partner ohne Trennung; Affäre begonnen; Trennung; Schwierigkeiten mit Schwiegerfamilie; Kind ist von zuhause weg gerannt; ernstzunehmende Streits zuhause; Partner verlässt die Wohnung trotz Trennung nicht; Bruder oder Schwester zieht nach Trennung ein; Abbruch der Beziehung zu Eltern; Tod eines Familienmitglieds; Tod eines Haustiers; starke Veränderung der Freizeitaktivitäten; enger Freund zieht weg; gerichtliche Auseinandersetzungen; Furcht davor "etwas auszuprobieren".
  • Persönliche Gewohnheiten:
    • Mehr oder weniger essen; weniger Sport; weniger Schlaf.



Was nimmst du mit?

Extremer Stress resultierte in einer 3,7-fach erhöhten Wahrscheinlichkeit einen Schub zu erleiden. Betrachte deine eigene Lebenssituation. Wie gestresst bist du?

  • In welchen Lebensbereichen erlebst du regelmäßige/chronische Stresssituationen?
  • Wie kannst du diese Situationen verändern?
  • Wenn du die Situationen nicht verändern kannst: Wie kannst du lernen mit diesen Situationen besser umzugehen?
    • Hier ist eine Liste mit simplen Aktivitäten, die wir unseren Nutzern zum Stress-Management empfehlen: Tipps gegen Stress


Wenn du unsicher bist, wie du mit deiner Situation umgehen kannst, schreib uns. Wir helfen dir den Einstieg zu finden oder leiten dich an eine unterstützende Stelle weiter.


Schreibe einen Kommentar unter diesen Artikel, wenn du Fragen zur Studie oder Feedback zum Artikel hast.



Du entscheidest selbst, wer du bist ❤️.

Alex. 



Quellen:

Quelle: Franklin, Gary M., et al. "Stress and its relationship to acute exacerbations in multiple sclerosis." Journal of Neurologic Rehabilitation 2.1 (1988): 7-11.

Hinweis: Bei den zitierten Studien habe ich mich auf das Urteil des Autors der ursprünglichen Studie verlassen. Ich habe nur die ursprüngliche Studie gelesen, nicht die weiteren zitierten Studien.


  • Zitierte Studie #1: Schumacher GA, Beebe G, Kibler RF, et al. Problems of experimental trials in therapy in multiple sclerosis. Ann NY Acad Sci 1965;122:552-68.


Bei der Auswahl der Studien beachte ich folgende Kriterien:

  • Ich habe die Studie vollständig und im Original gelesen
  • Die Ergebnisse der Studie kannst du sofort umsetzen
  • Die Studie ist in einem bekannten Journal publiziert worden oder die Ergebnisse wurden in weiteren Studien bestätigt

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